Ausgabe 15/2019 – Kippt der Goldmarkt oder dreht er wieder hoch?

Goldherz Report Ausgabe 15/2019 – Donnerstag, 25. April 2019

G.Goldherz

Liebe Leserin, lieber Leser,

die ersten Sonnenstrahlen bringen uns in den Frühling.

Da macht es Ihnen sicher Spaß, mit mir gemeinsam Rekordstände im Depot feiern zu können.

Seit Jahresbeginn brachten viele Trades süße Früchte ein und wir haben erst ein Viertel des Jahres hinter uns.

Prozentual zweistellige Gewinne zwischen +20% bis +80% waren, mit gezielt ausgesuchten Werten, seit Jahresbeginn möglich.

Die meisten meiner Minenaktien und Hebelpositionen stehen satt im Gewinn.

Letzte Woche gab es allerdings einen kleinen Warnschuss vor den Bug, den ich als technisches Verkaufssignal werte. Beim Gold führte das dazu, dass die erste wichtige Unterstützung bei 1.280 US$ touchiert wurde. Ein erstes Anzeichen von Schwäche gab es vor zwei Wochen, als der Markt an der 1.320 US$ hängen blieb. Aktuell hält die Marke von 1.260-1.280 US$ noch.

Doch es werden zumindest Erinnerungen wach an die schwachen Monate Juni bis August, die letztes Jahr zum Ausverkauf beim Gold führten.

Diesen Sommer erwarte ich allerdings – fundamental begründet – keinen so starken Abverkauf.

Ein paar Fakten:

  • Die US-Notenbank war Mitte 2018 noch auf Erhöhungskurs. Davon ist man abgekehrt.
  • Der US-Dollar war 2018 in einem starken Aufwärtstrend. Das hat sich abgemildert.
  • Die Realzinsen fallen schon wieder – ausgelöst von Lohninflation und Ölpreis.

Unter dem Strich spricht also sehr vieles dafür, dass Gold spätestens um ~1.250 US$ einen markanten Boden bildet oder sogar bis Spätsommer schon wieder an der 1.350-US$-Marke knabbert.

Trotzdem ist klar: Hebelpositionen sollten zum aktuellen Zeitpunkt nur mit Vorsicht und mit knappen Stoppmarken versehen gehandelt werden, um keinen Ausverkauf Richtung 1.200-1.220 US$ zu riskieren.

Chartanalyse von The Daily Gold Newsletter. Quelle: www.thedailygold.com

Der Grund für den jüngsten Goldpreisrückgang war vermutlich der 400 Tonnen Goldverkauf von Venezuela, die in der Krise jeden Cent gebrauchen können.

Der Spiegel kritisiert dieses Vorgehen scharf: „Weil dringend nötige Devisen fehlen, plündert er nun die Rohstoffe des Landes – und womöglich die Goldvorräte der Zentralbank.

Das, obwohl dieses Witzblatt ansonsten eher dafür bekannt ist, jedem Goldverkauf einer Zentralbank applaudierend beizustehen…

Zu Goldaktien und Venezuela habe ich eine lustige Geschichte auf Lager

Eine „witzige“ Geschichte am Rande ist der Hintergrund, wie Venezuela als rohstoffreiches Land das Gold überhaupt zur Zentralbank bekam.

Im Zentrum steht das kanadisch-russische Unternehmen Rusoro Mining (Toronto: RML).

Wie es sich für einen echten „Indiana Jones“ Investor wie mich gehört, war ich 2011 extra dafür in Lateinamerika unterwegs und habe mich damals sehr für die Hintergründe interessiert.

Meine Spekulation war gewesen, dass Chavez eines Tages das Zeitliche segnet.

Der innere Wert der Aktie, die damals bei 0,50 CA$ stand, lag mindestens bei 5 CA$.

Nach genaueren Recherchen ließ ich von einem persönlichen Aktienkauf bei Rusoro dann aber ab. Selbst wenn es auf dem Papier schön aussah und funktionieren hätte sollen…

Hätte, hätte, Fahrradkette:

Rusoro war ein Totalreinfall für Anleger

Doch der Krimi endet damit nicht

Tatsächlich erhielt Rusoro nach seiner Gold- und Minenenteignung eine „kleine“ Entschädigung zugesprochen. Insgesamt über 1,28 Mrd. US$, was rechnerisch 3 CA$ pro Aktie wären und 35-Mal über dem aktuellen Kurs läge. Bevor Sie die Aktie kaufen:

Der Haken: Venezuela nagt am Hungertuch und hat keine 1,28 Mrd. US$.

Nach einem erbitterten Kampf, der zuletzt über internationale Schiedsgerichte in Paris lief, zahlte Venezuela tatsächlich immerhin 100 Mio. US$ dieser Milliardenforderung aus, was schon eine große Überraschung ist.

Nur die Sache bekommt eine weitere irrwitzige Wendung:

Das Geld soll nach Pressemeldung bereits auf einem Konto von Rusoro bei einer kanadischen Bank gelandet sein. Nur weigert sich Kanada bzw. die dortige Bank, das Geld zu verbuchen.

Zur Begründung hieß es: „Die Bank weigerte sich, die Mittel an Rusoro zu überweisen, da sie Bedenken hinsichtlich der US-Sanktionen und der Auswirkungen, die die Zahlung erleichtern könnten, auf ihre US-Tochtergesellschaft hatte.

Warum Rusoro hier nicht seine russischen Beziehungen bis in höchste Kreml-Kreise spielen ließ, um wenigstens dort Zugriff auf sein Geld über russische Finanzinstitute zu bekommen, damit die Aktionäre vielleicht eine Entschädigung über wenigstens 0,24 CA$ pro Aktie erhalten können, weiß der Geier…

Da weiterhin „realistische“ Chancen bestehen, die zur Auszahlung der 100 Mio. US$ führen könnten, will ich die Aktie gar nicht runterschreiben, sondern nur einmal eine spannende Geschichte erzählen und wie ich durch persönliche Beziehungen und Recherchen einen Verlust vermieden habe.

Der Gewinn eines Anlegers liegt im Minensektor oft in der Vermeidung von Verlusten und Risiken.


Sicher erinnern Sie sich an meine Vorstellung von Altech Chemicals (Australien: ATC)?

Dieses Unternehmen baut in Malaysia seine erste HPA-Verarbeitungsanlage für die Produktion von hochreinem Aluminium, das für LEDs, aber auch in Zukunft vermehrt als Isolator für Lithium-Autobatterien benötigt wird.

Diese Anlage könnte, sobald sie fertig gestellt ist, einen Kostenvorteil bekommen, der allein schon eine satte Gewinnmarge erlaubt, aufgrund des innovativen Produktionsverfahrens, das erstmals mit dieser Anlage getestet wird und weiteres Skalierungspotenzial offen hält.

Die Düsseldorfer SMS-Gruppe baut die Anlage und mittlerweile haben zwei unabhängige Ingenieursbüros die technische Durchführbarkeit grundsätzlich bestätigt.

Denn das war eine der Bedingungen, die vor der Zusage einer Finanzierung standen.

Wie von mir im Herbst in Aussicht gestellt, gelang es dem Management, nun die Vorverhandlungen mit der australischen Macquarie Bank abzuschließen, die eine 90 Mio. AU$ großeMezzanine Finanzierung“ als Ergebnis bedeuten dürfte. Diese wird als Eigenkapitalanteil für die Erlangung der in Aussicht stehenden KfW-IPEX Finanzierung über weitere knapp 200 Mio. AU$ nötig, die den Löwenanteil der Finanzierung stellt.

Der Aktienkurs reagierte auf die Meldungen sehr positiv

Mit 0,13-0,15 AU$ liegen Anleger je nach Einstieg mit bis zu +50% vorne. In der Vor-Finanzierungsphase und drei Jahre vor dem erwarteten Produktionsstart, ist das eine schöne Rendite.

Es sind aber noch einige Hürden zu bewältigen, bevor die Kredite auszahlungsfähig werden. Zunächst wird die Macquarie Bank sich alles sehr genau anschauen und auch bei den Zinsen ein Wort mitreden.

Mein Gespräch mit dem CEO ergab, dass er wohl von Zinsen >10% ausgeht, was aber für Mezzanine-Darlehen üblich ist. Außerdem wird er wohl auch noch einen Joint Venture Partner ins Boot holen, der sich mit 50% an den Baukosten beteiligt.

Es ist wichtig, dass Altech seinen Eigenkapitalanteil auch von Seiten der Aktionäre einbringt. Darum hat man letzte Woche eine weitere Finanzierung über 18 Mio. AU$ abgeschlossen.

Mehr als die Hälfte der Summe wurde vom bekannten Private-Equity Haus und Beteiligungsfirma Deutsche Balaton AG sowie der mit ihr verbundenen Delphi Unternehmensberatung AG gezeichnet, die jeweils 5,4 Mio. AU$ der Platzierung nehmen, zum Kurs von 0,1085 AU$ pro Aktie.

Fazit: Die Bauphase dauert jetzt noch gut zwei Jahre

Nach wie vor gehe ich davon aus, dass Aktionäre einen „kleineren“ Anteil des Nettowertes halten werden, als Kreditgebern und Joint Venture-Partnern zusteht.

Dieses Risiko ist im Kurs berücksichtigt, sodass sich daraus eines Tages vielleicht Chancen ergeben.

Sobald Altech mit der im Sommer 2018 begonnenen 3 Jahre dauernden Bauphase vorangekommen ist und wir in die lukrative Vorproduktionsphase kommen, die etwa 12 Monate vor dem Produktionsstart beginnt, was in einem Jahr der Fall sein könnte, werde ich die Aktie bestimmt noch einmal hervorholen und die finale Kapitalstruktur prüfen.

Nachdem nun jeder Anleger nach persönlicher Risikoneigung Gewinnmitnahmen anstreben sollte, wende ich mich zunächst neuen attraktiven Investmentchancen zu.


Wie Sie als Privatanleger auch leichte Gewinne einfahren, erfahren Sie wöchentlich in meiner Goldherz PLUS-Tradingstrategie, die ich als Premiumdienst anbiete.

Hier sehen Sie einen Auszug der realisierten Gewinne:


Fazit und Ausblick für den Goldmarkt

Letztes Jahr verkaufte die Türkei aufgrund ihrer Währungskrise im Frühsommer ihr Gold ebenfalls ins Tief hinein, wie es nun bei den venezuelanischen Veräußerungen den Anschein macht, und sorgte für einen Goldpreisrückgang von 1.300 auf 1.200 US$. Dieser ermöglichte Ihnen beim Gold und Minenaktien günstige Kaufkurse.

Aber es kann jetzt durchaus noch einmal in eine unruhige Phase gehen, in der der Markt bis zum Spätsommer oder 3 Monate lang „Achterbahn“ mit Ihnen fährt.

Positiv werte ich, dass Gold etwa die Hälfte seines Anstiegs seit November korrigiert hat und sich zurzeit im überverkauften Zustand befindet und somit demnächst mal wieder an die 1.320 US$ laufen könnte.

Weiterhin läuft natürlich eine Bodenbildungsphase, die nach Abschluss – irgendwann in den nächsten 12 Monaten – sogar Goldpreise von >1.500 US$ ermöglicht.

Passen Sie also mit Hebelpositionen auf steigende Goldpreise auf, aber bleiben Sie strategisch und langfristig unbeirrt im Sektor investiert.

Bis nächste Woche!

Es grüßt Sie Ihr

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Günther Goldherz,

Chefredakteur Goldherz Report


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