Ausgabe 16/2019 – Bei den Aktien rollt der Rubel – Rollen bald Köpfe?

Goldherz Report Ausgabe 16/2019 – Donnerstag, 2. Mai 2019

G.Goldherz

Liebe Leserin, lieber Leser,

der 1. Mai Feiertag wäre fast langweilig geblieben.

Wäre gestern nicht via BILD Zeitung eine „Kollektivierungsdebatte“ von diesem „ungezogenen Rotzbengel“, in Form des „Juso-Chefs“ Kevin Kühnert, losgetreten worden.

Quelle: Screenshot WhatsApp

Der sprach, möglicherweise nicht mehr ganz nüchtern, ich will es ihm am 1. Mai durchgehen lassen, von einer Überwindung des Kapitalismus und bestätigt damit offenbar die Meinung einiger Vertreter der neuen jungen Hippster-Generation, die anscheinend am liebsten für geldverbrennende Startups arbeitet, die Kohle der Eltern „durchbringt“ und anfängt laut zu schreien, wenn sie nicht alles sofort bekommen.

Zugegeben, die alten Kommis in der Politik und den Zentralbanken, haben ohnehin schon länger das Sagen.

Bei solchen „Vorbildern“ kommt die junge Generation, die es zumindest im sich wandelnden Technologiezeitalter auch nicht leicht hat, schnell auf „dumme Gedanken“.

Es wird hier also mittels Kommunismus-Parolen versucht, die SPD wieder aus ihrem Umfragetief (zuletzt 18%) herauszuholen und sie am linken Rand zu positionieren, um wenigstens ein paar Stimmen der Linken (9%) abzuwerben.

Ernsthaft muss sich jeder Bürger in diesem Land langsam die Frage stellen, welche Mixtur aus offenen Kommunismus-Sympathisanten zusammen mit der stark links fahrenden CDU hier gebraut wird und welchen Sinn das ergibt?

Im tieferen Sinne verstehe ich durchaus die wachsende Unzufriedenheit weiter Teile der Bevölkerung (rechts und links der Mitte), die mit Nullzinsen abgespeist wird und in der Regel leider keine Aktiendepots aufbaut. Darum kassieren sie auch nicht die fetten Dividenden, die ich mit meinen „Value-Aktien“ seit Jahren einstreiche.

Obwohl dies noch am schnellsten „korrigierbar wäre“. Schließlich ist „kein Geld“ das dümmste Argument, denn jeder Restaurantbesuch schlägt mit 50 Euro zu Buche und könnte leicht in einen Sparplan fließen.

Dennoch ist es nur der Ruf nach Gerechtigkeit. Denn viele Menschen bleiben einfach „finanziell“ zurück, während sich die Unternehmen und der Staat auf Kosten der Allgemeinheit mit Milliardenkrediten zu Tiefstzinsen refinanzieren.

Da macht die Unzufriedenheit absolut Sinn.

Zumal mit Ray Dalio einer der erfolgreichsten Fondsmanager letztens vor einer Revolution warnte und sich dabei nicht nur auf Deutschland, sondern die gesamte westliche Welt bezieht.

Darum rate ich in diesem Umfeld strikt von größeren Engagements in den falschen westlichen Aktien ab.

In so einem revolutionärem Umfeld könnte Aktienanlagen eines Tages tatsächlich der Saft ausgehen.

Wussten Sie schon: Die russische Börse in Sankt Petersburg feierte kurz vor 1917 noch ein neues Hoch?

Russlands Börsen waren bis 1914 in Rekordlaune. Die Vorahnungen und die Revolution 1917, die dem gesamten Markt für 72 Jahre den Garaus machte, waren am Chart kaum vorhersehbar. Quelle: International-Investor.com

Nun will ich nicht den Teufel an die Wand malen und glaube, dass solche einschneidenden Ereignisse wie die Revolution in Russland prägend für mehrere Generationen sein sollten.

Aber glauben Sie mir, die Russen selbst wurden durch Stalin und seinen NKWD schnell von der Revolutionsromantik „geheilt“, während einige „Kinder des Wohlstandes“ solchen „Träumereien“ nacheifern, wie sie von „Kevin allein zu Haus“ gesponnen werden.

 

Eine Gefahr besteht für den Aktienmarkt aber dennoch:

  • Es wird schwerer, in so einem Umfeld, das exorbitante Bewertungsniveau zu halten.

Die US-Börsen sind in Feierlaune. Manche Händler leiden darum offenbar an Kurzsichtigkeit und wundern sich langsam darüber, warum die US-Notenbank – trotz Wachstums – die Märkte auf eine bevorstehende Zinssenkung vorbereitet und verbal betont, dass die Zinswende kommt.

Zuletzt wurden solche Aussagen gestern gemacht, zusammen mit der Entscheidung die Zinsen – wie erwartet – konstant zu halten.

Weiß die US-Notenbank etwa mehr als die meisten Anleger?

Zugegeben, wer nur auf die Aktienkurse selbst schaut, dem wird es vielleicht gar nicht bewusst, vor welchen Herausforderungen wir 2019-2023 stehen.

Ein bisschen vergleichbar mit 1914-1923 ist die aktuelle Lage also doch, wie ich finde.

Einer der mit Abstand wichtigsten Faktoren, die mich 2020-2023 tendenziell zum Aktienmarkt-Bären machen und mich von starken Edelmetallpreisen ausgehen lassen, ist die Fälligkeitsstruktur der Unternehmensanleihen.

Exakt in den Jahren 2020-2023 fährt der Markt in eine „Fälligkeitswand“: 4,7 Billionen US-Dollar an Unternehmensanleihen müssen refinanziert werden und dies wohl zu deutlich schlechteren Bedingungen. Für Aktionäre könnte das 2-3 Fastenjahre bedeuten. Lassen Sie sich von der gegenwärtigen Euphorie nicht anstecken. Quelle: JP Morgan Research

Diese „Wand der Fälligkeiten“ dürfte entscheidend mit dazu beitragen, warum ich exakt in diesem Zeitraum eine Rückbesinnung auf Goldwerte prognostiziere.

Zugegeben, manchmal ist es auf Wochenebene schon mühsam, dem Goldmarkt und den Minenaktien bei ihrer Lethargie zuzusehen.

Aber ich warne Sie: Lassen Sie sich bitte nicht von der Trübseligkeit der Minenaktien verunsichern!

Tatsächlich ist es nur die „Ruhe vor dem Sturm“. Auch wenn ich explizit noch kein neues Kaufsignal habe, nach meinen kurzfristigen Verkaufssignal, von dem ich Sie vor zwei Wochen unterrichtete.

Aktien Pfui, Gold HUI – für die nächsten 12 Monate?

Das Verhältnis von Goldaktien zum Gesamtmarkt war selten günstiger als heute. 2016 und Mitte 2018 startete von nur leicht tieferen Niveaus ein Bullenmarkt. Bleibt der S&P 500 konstant um 2.900 Punkten würde der HUI-Index bis 2021 über 300 Punkte steigen. Ein Anstieg von 100% ist demzufolge möglich, selbst wenn das Ausverkaufstief noch bis zu 10% unter dem aktuellen Niveau von 150 Punkten liegen kann.


Fazit und Ausblick für den Goldmarkt

Laut dem CNN Fear & Greed Index, der das Verhältnis von Gier und Angst zeigt und täglich berechnet wird, sind wir zusammen mit dem Allzeithoch im S&P 500 in die „Gierphase“ gelaufen.

Markant: Der marktbreite Russell 2000 Index notiert noch immer -10% unter seinem Allzeithoch.

Dass der S&P 500 von weniger Titel getragen ein neues Hoch markierte, muss darum aktuell als mögliches „Fehlsignal“ interpretiert werden. Rekordtiefs bei den Leerverkäufen und eine extrem tiefe Vola zeigen aktuell eine gefährliche Unbesonnenheit der Anleger an.

Wenn Sie größere Käufe an der Börse planen, sollten Sie sich das bitte zweimal überlegen. Es dürfte sich lohnen, alle Käufe für Standardaktien zunächst bis Jahresende auszusetzen.

Stattdessen sollten Sie lieber Gelder zurücklegen, starke Rohstoff-/Dividendentitel erwerben und zum Zeitvertreib mit den richtigen Minenaktien spekulieren, statt sich der Börseneuphorie hinzugeben und irgendwelche „Aktien“ zu kaufen, nur weil sie kurzfristig gerade steigen.


Ein Wert, der in den letzten Tagen gute Nachrichten lieferte, wie es von mir in der Ausgabe vom 4. April schon erwartet wurde, ist die American Battery Metals (WKN: A2PFNJ – Toronto: ABC).

Das Unternehmen meldete letzte Woche die Unterzeichnung einer zunächst unverbindlichen Absichtserklärung (LOI) vom 25. April 2019 zum Erwerb einer 90%igen Beteiligung an der E.U. Energy Corp. („E.U. Energy“), die wiederum im Besitz von 100% am Viken-Projekt in Schweden ist.

Diese wunderschöne Landschaft wäre doch „ideal“ für einen Tagebau?

Signifikant an dieser Transaktion ist, dass es sich bei Viken um eines der größten Vanadium-Vorkommen in der EU handeln dürfte, ja vielleicht sogar weltweit?

Michael Mulberry, CEO von American Battery Metals, kommentiert die Lage:

Diese Transaktion stellt einen wichtigen Meilenstein für ABM dar, da die Viken eines der größten Vanadiumprojekte in der Entwicklungsphase weltweit ist, das das Potenzial für eine erhebliche Produktion von Nebenprodukten hat. Schweden ist aus Bergbau- und Investitionsperspektive eine sehr attraktive Gerichtsbarkeit, da das Land und seine Regierung eine lange Geschichte des Bergbaus haben.“

Viken liegt im Kreis Jämtland, 570 Kilometer nord-nordwestlich von Stockholm.

Das Projekt beherbergt eine bedeutende polymetallische Mineralressource von National Instrument 43-101, die eine In-situ-Vanadium (V2O5)-Mineralressource von 163 Millionen Pfund in der Kategorie Angezeigt und (!!! wahnsinnige !!!) 16,7 Milliarden Pfund in der Kategorie Abgeleitet darstellt.

Eine vorläufige wirtschaftliche Bewertung (PEA) 2010, sieht einen Tagebau für Vanadium, Molybdän und Nickel vor. 2014 wurde die Einschätzung um ein umweltverträgliches Bio-Heap-Leaching erweitet.

Sicher hat das Unternehmen einen weiten Weg vor sich, da der vorherige Eigentümer das Projekt aufgab, weil sich die lokalen Beamten einheitlich gegen eine Entwicklung aussprachen.

Es bestehen kaum Zweifel, dass es sich hierbei um ein potenzielles „Weltvorkommen“ für Uran, Molybdän sowie Vanadium handelt, das sehr günstig eingekauft wurde und das sollte, wie ich finde, doch spekulative Kurspotenziale ermöglichen.

Auch wenn ich meilenweit davon entfernt wäre, diese Aktie als Investition vorzustellen, dafür habe ich andere, bessere Möglichkeiten zur Hand.

Für ein Projekt dieser Größenordnung scheint mir die Marktkapitalisierung von 10 Mio. CA$ trotzdem relativ günstig.

Sobald die laufende Finanzierungsrunde bei 0,35 CA$ geschlossen ist, könnte der Kurs durchaus positiv reagieren.

Bis nächste Woche!

Es grüßt Sie Ihr

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Günther Goldherz,

Chefredakteur Goldherz Report


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