Ausgabe 33/2019 – Da platzt mir der Kragen wie Georg Kofler

Goldherz Report Ausgabe 33/2019 – Donnerstag, 26. September 2019

G.Goldherz

Liebe Leserin, lieber Leser,

heute will ich einige grundsätzliche Sachen klären. Es geht um Nachhaltigkeit und Gewinnerzielungsinteressen.

Vielleicht fragen Sie sich, ob es Sinn macht, nachhaltig zu investieren?

Worauf ich Sie zurückfrage, was Sie unter Nachhaltigkeit verstehen?

Ist es nachhaltig, die Parolen nachzuäffen, die der Tagesschausprecher tagtäglich aus dem Flimmerkasten haut?

Ist es nachhaltig, jedem „Gedankenfurz“ eines EU-Abgeordneten blind zu folgen oder einem, der von einem/r ungebildeten bundestagsdeutschen Politiker/in abgelassen wird?

Der Mann, der für zwei frisst, weiß Bescheid:

Ich habe da meine eigene Interpretation und ich möchte Sie heute davor warnen, sich vor den Karren solcher Moralapostel spannen zu lassen, denn diese sollen bitteschön den Karren selbst ziehen…

Aber anscheinend gilt hier, wie so oft, der Spruch:

Wasser predigen und Wein trinken = von anderen (heuchlerisch) Verzicht, Zurückhaltung, Bescheidenheit, Genügsamkeit etc. fordern, aber selbst ganz im Gegenteil dazu besonders verschwenderisch, genusssüchtig sein. Herkunft: die Redewendung stammt aus Heinrich Heines Versepos „Deutschland“.

In unserem „bunten Paradies“ fallen solcherlei „Nebensächlichkeiten“ gar nicht mehr auf. Schließlich wird es nicht gerne gesehen, die Dinge zu hinterfragen. Die „politische Korrektheit“ versagt es praktisch jedem, offensichtliche Fehler oder Unstimmigkeiten noch anzusprechen oder zu korrigieren, denn Kritik ist einfach unerwünscht, wenn sie in die falsche Richtung geht.

Bei der Geldanlage stelle ich mittlerweile eklatante Widersprüche fest

Ausgelöst von der EZB, die den Nullzins und den Minuszins propagiert, schleichen sich immer mehr Probleme in den Wirtschaftskreislauf ein. Frei nach dem Motto:

Geld muss einfach da sein, sonst wird es gedruckt…

Das erinnert mich alles schon sehr an Kommunismus, da war auch immer alles unendlich… Vor allem die Dummheit der Beteiligten.

Nun gestaltet sich die Sache heute komplizierter, denn die neuen „Anti-Kapitalisten“ wollen auf gar keinen Fall mit den früheren Kommunisten verglichen werden. Sie wollen einfach, dass alles „anders“ ist.

Wie sich das gestaltet, lesen Sie in einem vom „The Guardian“ übersetzten Artikel von George Monbiot:

„Grünes Wachstum ist eine Illusion“

Zugegeben, die Überschrift ist wahr. Es gibt kein „grünes Wachstum“. Die Ansichten des Autors mögen für den einen oder anderen sogar recht sympathisch aussehen, wenn man sich nicht näher mit Wirtschaftshistorie beschäftigt hat.

Doch in einem Kommentar unter dem Artikel fand ich dann wiederum eine recht plausible Erklärung:

„Auch 10 Milliarden Radfahrer wollen essen.“

Diese Feststellung ist, wie ich finde, sehr einleuchtend, wenn Sie einfach mal den Ressourcenbedarf der wachsenden Weltbevölkerung zugrunde legen.

Die Ölnachfrage und das Weltbevölkerungswachstum korrelieren praktisch 1:1

Jeder Mensch braucht Energie und muss essen und wenn alle so viel futtern wollen wie unser „Anton Hofreiter“, dann wird sich der Öl- und Ressourcenbedarf gleich noch mal verdoppeln… Quelle: mcensustainableenergy.pbworks.com

Wenn Sie sich diese Zusammenhänge erst einmal vor Augen führen, wird schnell klar, dass sich ein Ökologie-Fundamentalismus, wie er zurzeit mehr und mehr um sich greift, vor allem bei der jüngeren Generation, sich nicht „nur“ gegen das Wirtschaftssystem, den Kapitalismus richtet, der uns bisher doch halbwegs vernünftig ernährte – ohne Hungerkatastrophen oder Massenverelendung wie im Kommunismus – sondern schlussendlich menschenfeindlich ist.

Und da wäre ich wirklich vorsichtig und würde mir wünschen, dass unsere Politiker diesbezüglich mit Äußerungen doch etwas vorsichtiger sind.

Es sollte noch so viel Gehirnschmalz und Anstand vorhanden sein, nicht das Lebensrecht an sich infrage zu stellen. Und wenn sich doch jemand dieser Herren erdreisten sollte, genau solche Äußerungen zu tätigen, dann schlage ich vor, dass derjenige dem Strick in der Hand und mit einem guten Beispiel voran geht…

Ein vom Ressourcenverbrauch losgelöstes Leben zu fordern, ist mehr als illusorisch, es ist schlicht unmöglich.

Warum ich mein Geld nicht in Nachhaltigkeits-Fonds investiere

Die schöne neue Anlagewelt ist politisch korrekt sowie klima- und umweltfreundlich.

In der heutigen Zeit finden renditelose Anlagekonzepte tatsächlich immer mehr Anhänger. Mich ausgeschlossen, denn – so schön sich das alles anhört – bin ich der Meinung, dass eine sehr direkte Abbildung solcher propagandistischen Umweltziele, die realitätsfern ausgerufen und unhinterfragt auf die Anleger losgelassen werden, ohne ein vernünftiges betriebswirtschaftliches Fundament darunter, den besten Weg in die Vermögenslosigkeit ebnen.

Die Kernfrage ist schließlich, ob es nachhaltig sein kann, Geld und Kapital zu verbrennen oder ob es vielleicht eher nachhaltig ist, wenn Sie Ihr Kapital schützen und vermehren?

Ein Beispiel ist ein von einer Bank aufgelegter Umwelt-Fonds, der mit dem Beirat des WWF (World Wide Fund for Nature) investiert.

Nun will ich dem Anbieter selbst keine Steine in den Weg schmeißen, denn der Fonds findet offenbar mit seinem Anlagevolumen von 160 Mio. Euro genügend Abnehmer und darum will ich nicht den Fonds selbst infrage stellen, sondern eher auf die verfehlte Strategie hinweisen.

Entschuldigen Sie, wenn ich mich „altbacken“ und „spießig“ anhöre, für mich ist ein Fonds immer noch dazu da, Geld zu verdienen und Kapital zu mehren.

Das ist dem Fonds bisher – seit Auflage 2002 – offensichtlich nicht sehr gut gelungen…

Quelle: Finanzen.de

Selbst ein ganz normaler Indexfonds hätte die letzten 20 Jahre immerhin doppelt so gut abgeschnitten. Eine zu strikte Auslegung des Umweltschutzes hätte also doch erhebliche Rendite gekostet. Hier sollte sich jeder Anleger die Frage stellen, ob es nicht vielleicht daran liegt, dass „Geschäftemacher“ das Argument des „Umweltschutzes“ missbrauchen, um selbst ihre Firmen loszuschlagen, statt sich selbst um wirklich nachhaltiges profitables Wirtschaften zu kümmern.

Um es mit den Worten von Georg Kofler zu sagen, der in der Fernsehsendung „Höhle der Löwen“ durch die Decke ging, als er ein mit über 10 Mio. Euro bewertetes Supermarkt-Startup zur Schnecke machte, dessen Geschäftsmodell darin besteht, abgelaufene Lebensmittel zu verkaufen:

„Was mich fundamental stört, ist euer moralisierendes Schöngerede von eurem Geschäftsmodell…“

Quelle: Screenshot – VOX Mediathek – Georg Kofler platzt beim Sirplus Pitch der Kragen.

Ist es wirklich nötig, dass wir anfangen, abgelaufene Lebensmittel in die Regale zu stellen und zu verkaufen?

Wäre es nicht moralisch wesentlich klüger, erstmal mit vernünftigen Konzepten Geld zu verdienen? Der deutsche Lebensmitteleinzelhandel hat Jahrzehnte zugebracht, um mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum die Ware vor einem „Vergammeln“ in den Regalen zu schützen und irgendwo muss man einfach einen Strich ziehen und sagen: Die Ware ist nicht mehr bedarfsgerecht.

Es kann dann sinnvoll sein, diese zu spenden, an wirklich Bedürftige, vielleicht für die Essensausgabe? Aber daraus ein überbewertetes „Start-Up“ mit Millionenwerten zu kreieren, ist schon ziemlich geschmacklos.

Jedem das seine, aber meine Strategie ist es nicht.

Im Grundsatz glaube ich einfach, dass es generell zu viele Reibungsverluste gibt, wenn immer mehr Geld „renditelos“ und unter Hinweis auf die Moral investiert wird. Letztlich untergräbt dieses System, das von Staatsschulden und dem Zentralbankwesen abhängt – fundamental sauberes Wirtschaften und das unterwandert am Ende den Wert des Kapitals, des Geldes, die Kaufkraft.

Mit dieser Ansicht begründe ich jedenfalls schon seit 20 Jahren den Aufwind beim Goldpreis, der so ziemlich jedem Politiker und Fondsanbieter zuwider ist, weil sich die Wahrheit eben nicht so einfach leugnen lässt.

Goldanlagen schlagen Moralapostel und die Aktienindizes

Quelle: Stockcharts.com

Als möglichen Vergleich habe ich auch noch einen weiteren Fonds gewählt: den „Permanent Portfolio Fonds„. Die Strategie des Permanent Portfolios oder in deutschen Kreisen, das Portfolio der Ewigkeit, folgt einem klugen Konzept, das ursprünglich vom Vermögensverwalter, Finanzexperten und US-Präsidentschaftskandidaten Harry Browne entwickelt wurde.

Harry Browne hat diese Idee Anfang der 1980er Jahre mit dem Zweck umgesetzt, zunächst den Kapitalerhalt sicher zu stellen und dafür alle Wirtschaftszyklen einzubeziehen, die ein Anleger realistischerweise über sein gesamtes Leben durchläuft.

Eine Abhandlung zum Depot sollten Sie am besten in einem spannenden Artikel von Focus Money nachlesen.

Er investierte in seinem Depot immer jeweils ein Viertel seines Kapitals jährlich in:

  • Aufschwung (Aktien) 25%
  • Deflation (Anleihen) 25%
  • Inflation (Gold & Silber) 25%
  • Rezession (Liquidität oder Geldmarktanlagen mit kurzfristigen Laufzeiten)

Das ursprüngliche Konzept wird im bekannten und mit 1,9 Milliarden Anlagevermögen ausgestatteten US-Fonds, dem Permanent Portfolio Fund (New York: PRPFX) heute noch umgesetzt, wobei ich selbst nicht weiß, ob dieser Fonds steuerlich Nachteile hat und Sie sich lieber nach einen alternativen Anbieter in der EU umschauen sollten.

Die Ergebnisse sprechen jedenfalls für sich.

So entwickelte sich das Depot für die Ewigkeit rückblickend von 1972 bis 2012

Quelle: Rational-Invest.com 

Die historische Rendite dieses Konzepts war, mit 70% Trefferquote und einer 2/3-Chance in jedem Monat positiv abzuschneiden, bei überdurchschnittlicher Rendite (8% p.a.) sowie geringer Volatilität (7% p.a.).

Zugegeben, diese Rendite ist für viele Privatanleger, die Ihre finanzielle Zukunft und Rente gerne in 3 Wochen für sich entschieden haben wollen, nicht atemberaubend. Doch mit der Zeit entwickelt sich so ein Depot doch sehr anständig.

Gerade die älteren Leser können mir gerne schreiben, ob Sie seit 1980 mit Ihren Anlagen eine Verdreißigfachung erzielten?

Aktuell hält der Fonds 28% in Edelmetallen – mit einer Kombination von Gold & Silber.

Quelle: Money-usnews.com

Fast ein Drittel der gesamten Fondsanlagen in Edelmetalle ist eine starke Hausnummer und das liefert für mich eine gesunde Basis dafür, warum ich mich mit Goldaktien sehr wohl fühle.

Auch diese Woche räumten Leser von Goldherz PLUS wieder einen schönen Gewinn ab.

Meine Strategie, bei der ich selbstverständlich immer das Permanent Portfolio im Hinterkopf behalte, aber dessen Rendite ich durch taktische Maßnahmen noch einmal massiv verbessere, baut zum Beispiel darauf auf, die Übernahmekandidaten für den Rohstoffboom zu identifizieren.


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Goldherz TOP-Favorit wurde übernommen

Barkerville Gold: Goldherz-Leser kassieren Verdoppler dank Buyout!

In den letzten zwei Jahren hätten Sie als Leser von vier großen Übernahmen im Rohstoffsektor profitiert und in dieser Woche konnten Sie noch einmal kräftige Gewinne abräumen:

  • Arizona Mining +195%
  • Nevsun Resources +131%
  • Northern Empire Resources +100%
  • Barkerville Gold Mines +93% 

Quelle: Stockcharts.com

Darum sollten Sie einmal als PLUS-Leser am 30-Tage-Gratis-Test teilnehmen


 

Bis nächste Woche!

Es grüßt Sie Ihr

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Günther Goldherz,

Chefredakteur Goldherz Report


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Zur nächsten Goldherz Sprechstunde begrüße ich Sie am Montag, den 30. September 2019, ab 19:00 Uhr im sharedeals.de Live-Chat!

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